AT A DIFFERENT TIME

An Exhibition by David le Viseur and Michael Pfitzner

8. – 17. July 2016

Köşk Munich

Schrenkstraße 8, 80339 München

Über die Ausstellung

Hier sehen Sie ein letztes Mal die umfangreiche Retrospektive der Künstler David le Viseur und Michael Pfitzner. Sie sehen eine Auswahl der Werkgruppen, die die Künstler damals in den Jahren 2015 und 2016 schufen. Die Ausstellung präsentiert eine paradoxe Synthese heterogener Positionen – den Kampf der Vereinbarkeiten. Es geht um Kunst. Zufall. Zukunft. Lachen. Medien. Leid. Politik. Spiel. Und Kunst.

Anders formuliert: Man sieht eine vielfältige Ausstellung in großen Räumen. Zwei junge Künstler zeigen teils kollaborativ entstandene Werke: Fotografien, Skulpturen, Installationen, Malerei und Videoarbeiten. Die kunstimmanenten Fragen zur Rolle von Zufall, Wahrnehmung, Konzept, Zukunft und Tradition führt die Künstler zu einem themen- und medienübergreifenden Diskurs. Sie spielen mit den offensichtlichen und dennoch stets übergangenen Widersprüchen und Gräben, die sich zwischen der analogen Welt der Dinge und Erfahrungen und der Welt der digitalen Repräsentationen auftun. Was bedeuten Ort und Zeit, Bild und Abbild, Erfahrung und Mythos in einer Welt intim-digitaler Entfremdung?

 

Podiumsdiskussion

Kunstausstellungen – Ein analoges Relikt in der digitalen Welt?

 

Am 17. Juli um 18.00 Uhr findet zur Finissage der Ausstellung The Future Is This – At A Different Time der Künstler David le Viseur und Michael Pfitzner eine Podiumsdiskussion zum Thema Kunstausstellungen – Ein analoges Relikt in der digitalen Welt? statt. Die ausgestellten Werke beschäftigen sich in vielfältiger Weise mit dem Thema Analog vs. Digital. Die Podiumsdiskussion soll diesen Diskurs fortsetzen und erweitern.

 

Die Teilnehmer

Dr. Annette Doms ist Kunstwissenschaftlerin, Kuratorin, Co-Founderin und künstlerische Leiterin der UNPAINTED art fair, des ARTWARD, sowie von ICAA. Sie ist Expertin für zeitgenössische Kunst und digitale Medien. (www.annettedoms.net)

Dr. Harald Klinke ist Wirtschaftsinformatiker und Bildwissenschaftler. Er lehrt Digitale Kunstgeschichte an der LMU München. Er ist Herausgeber des International Journal for Digital Art History. (www.harald-klinke.de)

Maria Inés Plaza Lazo ist Kunstwissenschaftlerin und Gründerin und Leiterin von ReflektorM, der führenden Web-Plattform für zeitgenössische Kunst in München. (reflektor-m.de)

Sascha Walk ist Berater, Blogger und Dozent. Sein BLOG IN ORANGE beschäftigt sich mit Kunst, Kultur und Lifestyle in München. (blog-in-orange.de)

David le Viseur ist Künstler der Ausstellung, Philosoph, ehemals Neurowissenschaftler und Gründer von neuroart.org.

Michael Pfitzner ist Künstler der Ausstellung und studiert ab Herbst bei Prof. Jorinde Voigt an der Akademie der Bildenden Künste München.

 

Der Ausgangspunkt der Podiumsdiskussion

Kunstausstellungen unterliegen den Einschränkungen der analogen als auch der digitalen Welt. Die Vor- und Nachteile beider Welten ergänzen sich jedoch noch nicht auf positive Weise. Die Bildende Kunst hat dadurch tiefgreifende Probleme – selbst im Vergleich zu Musik und Literatur.

Warum ist Kunst nach wie vor so stark an die geographischen, sozialen und ökonomischen Bedingungen der analogen Welt gebunden? Wie kann das Auratische des Kunstwerkes mit den sozialen Aspekten des Digitalen verbunden werden? Wie können die ästhetischen, sozialen und ökonomischen Widersprüche, die sich dabei auftun, harmonisiert oder überwunden werden?

Die zentrale Frage ist: Wie kann Kunst verstärkt zu einem lebendigen persönlichen und gesellschaftlichen Gut werden? Was für Veränderungen, Einsichten und Innovationen sind dafür nötig? Und zwar auf philosophischer, sozialer, politischer und technischer Ebene.

 

 

Termine

 

Vernissage: 8. Juli 2016, 18.00 – 23.00 Uhr

Presse-Rundgang: 8. Juli 2016, 17.00 Uhr

Ausstellungsdauer: 8. bis 17. Juli 2016

Öffnungszeiten: Do – So 16.00 – 19.00 Uhr und nach Vereinbarung

Finissage: 17. Juli 2016 ab 16.00 Uhr

Podiumsdiskussion: 17. Juli, 18.00 Uhr
Thema: Kunstausstellungen – Ein analoges Relikt in der digitalen Welt?

Ort: Köşk, Schrenkstraße 8, 80339 München

Kontakt: info (at) dlvmp.com

Michael Pfitzner

Michael Pfitzner

Michael Pfitzner verließ die Schule mit 15. Er arbeitete dann als Assistent für zahlreiche renommierte Fotografen in den Bereichen Fashion, Advertising und Beauty. Seit 2013 entwickelt er seine eigenen künstlerischen Projekte. Seine erste Einzelausstellung war “AKME”, 2014. Ab Herbst 2016 studiert er bei Prof. Jorinde Voigt Kunst an der Akademie der Bildenden Künste, München.

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David le Viseur

David le Viseur

David le Viseur hat analytische Philosophie (LMU, UC Berkeley) studiert, und am GRP/IMP München zu Neurowissenschaften geforscht. Er hat in Berlin als Dramaturg und Regieassistent gearbeitet, war Co-Founder einer Webvideo-Produktionsfirma. Machte Kunst und Performances in Berlin und San Francisco. Arbeitet als Programmierer, Texter und Konzepter. Er ist Gründer von neuroart.org.

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Studies for an Illumination

Studies for an Illumination

“Studies for an Illumination” portraitiert Menschen mit Hilfe einer Technik und Vorgehensweise, die malerische, fotografische und performative Elemente kombiniert und auf neue Weise einsetzt.
Die Bilder entstehen im Dunkeln, durch einen Prozess des gelenkten Zufalls – ohne digitale Montage. Die Verwendung von UV-Licht macht – wie in der astronomischen Fotografie und der Forensik – andere Realitäten sichtbar. Die gewohnte aber problematische Relation zwischen Subjekt, Abbild und Objekt wird aufgebrochen.
Fremdheit und Vertrautheit tauschen die Plätze. Die menschliche Gestalt zeigt sich ambivalent, fragmentarisch, fragil, brutal, sexuell und schön. Die Grenze zwischen Malerei und Fotografie wird aus beiden Richtungen überschritten: Der Entstehungsprozess ist durch gestische und aleatorische Elemente geprägt, durch das “Malen” mit Pigment, Licht, Zeit und der Bewegung der Portraitierten.
Auf ikonographischer Ebene greifen die Fotos unabsichtlicherweise visuelle Topoi von Francis Bacon, Caravaggio, David Lynch und viktorianischer Geisterphotographie auf. Die impliziten Fragen an den Betrachter sind: Was ist ein Foto? Was ist real? Was ist das Abbild des Menschen? Was sind die ästhetischen Reflexe, Vorurteile und Genüsse, die sich uns aufdrängen – und wie gehen wir damit um?

(Fotografien, David le Viseur & Michael Pfitzner, 2015-2016)

 

Es kommt auf den Ausdruck an

Es kommt auf den Ausdruck an

Eine suizidale Banane drückt sich aus.

(Skulptur, Michael Pfitzner, 2016)

Pop Portraits

Pop Portraits

Klassisch anmutende Portrait-Fotografien von ungewöhnlich ausdrucksstarken Exemplaren eines populären, filmaffinen Endosperms. Ein Fest der Pareidolie.

(Fotografien, David le Viseur, 2016)

Game of Glitches

Game of Glitches

In seltenen Fällen passiert selbst in der algorithmisch perfekten Welt der Computerspiele etwas unvorhergesehenes. Der Körper des Avatars deformiert sich, verschmilzt mit der Welt, splittert oder häutet sich. Die Serie “Game of Glitches” verortet diese aus beliebten Computerspielen entnommenen Gestalten in Bildräumen der klassischen Moderne.

(Digitale Collagen, Michael Pfitzner, 2015)

Der aufhaltsame Lauf der Dinge

Der aufhaltsame Lauf der Dinge

Der berühmte Film von Fischli und Weiss feiert den reibungs- und interventionslos gelingenden Lauf der Dinge. Kunst und Leben sind aber nicht so. Die Dinge laufen schief, machen was sie wollen, oder es passiert überhaupt nichts. Man muss den Dingen ab und zu helfen. Scheitern ist Gelingen ist Scheitern. So etwas zeigt der hier präsentierte Film, denn der Lauf der Dinge ist ein aufhaltsamer.

(Film, David le Viseur & Michael Pfitzner, 2016)

Porno vs. Bible

Porno vs. Bible

In der digitalen Welt ist alles gleichermaßen Text. Die Videoarbeit Porno vs. Bible zeigt, was passiert, wenn man den Text der Bibel mit dem Text eines Pornos kombiniert und dann abspielt.

(Video, David le Viseur, 2008)

In den Augen der Anderen

In den Augen der Anderen

Nicht die Kunst selbst, sondern das, was Menschen über Kunst denken und sagen, ist es, was sich virusgleich von Mund zu Mund verbreitet. Das Werk wird also transformiert und ersetzt durch das, was Betrachter erzählen. Bedeutung und Umdeutung, Gerücht und Ruhm entstehen auf diese Weise. Die Videoarbeit “In den Augen der Anderen” zeigt genau diesen Vorgang.

(Video, David le Viseur, 2016)

Der Relevanzstreuer

Der Relevanzstreuer

Kunst für Kunst. Kunst muss heute politisch relevant sein, um insbesondere auf Biennalen ausstellbar zu sein. Der Relevanzstreuer hilft unpolitischer Kunst mit 16.000 handgefertigten Einheiten Relevanzkonfetti, bestehend aus den 28 relevantesten politischen Symbolen, im Handumdrehen aufs nötige Relevanz-Niveau.

(Objekt mit Relevanzkonfetti, David le Viseur, 2016)

Museum of Pain

Museum of Pain

66 Röntgenaufnahmen von Schmerzen. Dazu: Die genussvollen Essgeräusche beliebter Kochsendungen.

(Multimediale Installation, David le Viseur, 2016)

Loose Coupling

Loose Coupling

Öl auf Leinwand, 130 x 160cm, David le Viseur, 2011

Der letzte Audioguide

(Multimediale Installation, David le Viseur, 2016)

The Ministry of Random Walks

The Ministry of Random Walks

Zufallsbasierte Zeichnungen. Brownsche Bewegung der Hand.

(12 Handzeichnungen, Pigmenttusche auf Papier, Michael Pfitzner, 2016)

Touch Me I’m Sick

Touch Me I’m Sick

Das virtuelle Gestenrepertoire in der wirklichen Welt.

Multimediales Objekt, Michael Pfitzner, 2016

True Romance

True Romance

Installation. Zwei motorgetriebene Gehirne im Tank, künstlicher Penis und künstliche Vagina auf je einem Putzroboter.

– David le Viseur, 2016

Kösk Galerie München
NeuroArt e.V.
boxwerk